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5 Gründe für Coated Denim – Bikerhosen selbstgenäht

Dieses Jahr sieht man sie überall. Am Bein oder am Kleiderbügel. Jeans aus Coated Denim, oder auf gut Deutsch: aus beschichtetem Jeansstoff. Das Material ist gerade angesagt, gerne auch in Used-Optik.


Mir gefällt dieser Style. Ich hatte aber nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, mir eine solche Hose zu kaufen. Diese speziellen Sachen gibt es sowieso kaum in meiner Beinlänge. War ich doch kürzlich erst wieder in einem Nein-wir-führen-keine-36er-Länge-Jeansladen…

Nun huschte ich also vor zwei Wochen über den Stoffmarkt um meine Einkaufsliste abzuarbeiten. Ich hatte nur 80 Minuten Zeit (in Worten: weniger als 2 Stunden)! Doch beim Jeanscoupon-Stand musste ich haltmachen und da entdeckte ich diesen beschichteten Stoff. Was kann man bei 12,50 Euro für 1,5 m schon falsch machen?

Aus diesen 5 Gründen hat mich der Stoff auch im Nachhinein überzeugt:
  1. trendiger Look. Sieht aus wie Leder kann aber in die Waschmaschine
  1. einfach zu vernähen: ich habe den Stoff sowohl mit dem Teflon- als auch mit dem normalen Nähfüßchen vernäht. Der Stoff ließ sich mit beiden gleichermaßen gut und exakt nähen
  1. angenehm zu tragen: das hat mich überrascht
  1. formstabil: Im Gegensatz zu vielen anderen (Kauf)Jeans beult sie kaum bis gar nicht aus
  1. ich schwitze nicht darin (nicht mehr als in einer normalen Jeans)
Wie sich der Stoff anfühlt? Von außen wachsartig beschichtet und von innen glatt. Einen hohen Stretchanteil hat er auch.
Beim Kauf hatte ich schon genau vor Augen, was daraus werden sollte. Eine Cassie Pants. Ich musste 3 Wochen auf den Schnitt warten! Von Melbourne nach Berlin ist es ja auch nicht gerade um die Ecke. Meine Vorfreude beim Öffnen des Pakets könnt ihr sicherlich erahnen. Chloe von style Arc hatte mir angeboten, mehrere Schnittmuster aus ihrem Sortiment auszuwählen für eine Rezension.

Wie schwer mir die Auswahl fiel!

Nach langem hin und her fiel die Entscheidung, unter anderem, für die Cassie Pants und den Nina Cardigan.

Ich mag die aktuelle Bikermode, da bin ich ein kleiner Lemming. Daher lag die Wahl der Bikerhose nahe. Mit einer Bikerjacke habe ich kurz geliebäugelt, aber da wusste ich noch nichts von dem Coated Denim. Sonst hätte ich die auch mitbestellt.

Am liebsten hätte ich natürlich eine echte Lederhose, aber die Pflege und der Preis halten mich davon ab. Mit kleinen Kindern macht es auch einfach Sinn, wenn man die Kleidung in die Waschmaschine stecken kann. Denn irgendetwas klebt immer an mir. Wahlweise Kind und/oder Schmutz.

Das Besondere bei den Schnittmustern ist eine kleine Stoffprobe. Damit hat man eine sehr greifbare Empfehlung für den jeweiligen Schnitt. Nichts á la “Kleiderstoffe mit leichtem Stand“.

Dieses hilfreiche Extra kenne ich bisher von keiner anderen Schnittfirma. Der Nachteil bei den style Arc Schnitten ist, dass es sie nur als Einzelgrößen auf Papier gibt, so dass man sich bei Anpassungen nicht an der Größe darunter oder darüber orientieren kann.

Ich habe mich bei den Größen beraten lassen und sicherheitshalber erst einmal ein Probestück genäht um die Passform um die Hüfte und Oberschenkel beurteilen zu können. Das war eine gute Idee, denn ich musste an den Seiten viel wegnehmen. Eine Verlängerung ist sowieso Pflichtprogramm. Vorne habe ich alles genau ausgemessen, damit der Kniepatch nicht auf dem Oberschenkel landet. Auf der Rückseite habe ich ohne nachzudenken verlängert und dadurch ist die Teilungsnaht, die in die Kniekehle gehört auf der Wade gelandet. Ohne Worte.

Wer gerne stylische Schnitte mag wird bei style Arc jedenfalls fündig. Witzig ist auch die Präsentation nach Star Outfit. Wer ein Outfit á la Reese Witherspoon und Konsorten nachnähen möchte, findet unter “Get the Look” die Inspiration und die Zutaten.
Zurück zu Cassie. Teilungsnähte sind genau mein Ding. Das Knieteil mit den 4 kleinen Falten hat sich als gut durchdacht herausgestellt. Denn ohne diese Bequemlichkeitsfalten würde die Hose sehr spannen beim Hinsetzen oder Hocken. Insgesamt ist die Hose leicht zu nähen, auch die Falten sind schnell gelegt und festgesteppt.
Die Passform ist nach den Änderungen gut und ich habe die Hose auch mit dem einfachen Bund genäht. Es ist noch ein Gummizug durch den Bund vorgesehen, auf den ich aber aufgrund des Stoffes verzichtet habe. So trägt der Bund weniger auf und hält trotzdem gut, weil er recht knapp bemessen ist für meine Taille und weil die Oberseite des Stoffes rutschhemmend ist. Beim An- und Ausziehen ist das nicht gerade von Vorteil, da versucht die Wurst in die Pelle zu gelangen, aber wenn ich einmal drinstecke ist alles gut.
Ich habe schon einige Hosen genäht und dabei die ein oder andere Erfahrung gemacht. Bei der ersten Kinderhose musste mein Sohn eines Tages mit gerissener Schrittnaht nach Hause laufen. Er selbst hat es noch nicht einmal gemerkt! Aber ich, als er sich runterbeugte um die Schultasche abzusetzen. Hilfe!

Daraus habe ich gelernt:

  • mindestens die Schrittnaht immer mit 3-fach Geradstich zu nähen
  • die Nahtzugaben zusammen zu versäubern und mit dem 3-fach Geradstich abzusteppen
  • ein Probestück zu nähen und dann kräftig am an beiden Seiten der Naht zu ziehen um zu sehen, wie sich der Stoff verhält
Den Nina Cardigan habe ich aus einem ganz normalen grau melierten Viskosejersey genäht. Das Schöne an dem Schnitt sind die taillierte Form und die schön fallenden Zipfel vorne. Dadurch wirkt der Schnitt nicht zu leger, sondern geht auch als bürotauglich durch. In der Schulter fällt der Schnitt recht breit aus. Das stört mich nicht weiter, so kann ich locker noch etwas langärmeliges drunterziehen. Beim nächsten Mal werde ich aber etwas Weite rausnehmen und die Ärmel am Unterarm verschmälern.

Ich bin mit meinem Outfit echt zufrieden. Außerdem habe ich mir noch neue Schuhe gekauft. Das ist doch einen RUMS wert.

Nähen macht glücklich. Daran lässt sich meiner Meinung nach nicht rütteln. Ich freue mich sehr, wenn ihr einen Kommentar schreibt und bin gespannt, was ihr von den Schnitten haltet.
Ich danke euch fürs Lesen.

Ganz herzliche Grüße,
Elke

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